J.D. Hahn-Godeffroy, B. Doll, H. Barop, V. Broll

Neuraltherapie-Kasuistikbogen

1. Einführung:

Die Neuraltherapie nach Huneke gehört neben Homöopathie und Akupunktur zu den erfolgreichsten und bekanntesten Methoden der sogenannten Komplementärmedizin.

Viel ist über sie geschrieben worden, mehr als sieben Jahrzehnte lang. Über 2000 Publikationen stehen bei der gemeinnützigen Neuraltherapie-Datenbankstiftung zur Verfügung, über 50 Dissertationen im Zusammenhang mit der Neuraltherapie wurden verfasst, von 1952-1956 gab es sogar eine eigene Monatszeitschrift für Neuraltherapie mit dem Namen „Neuralmedizin“ (1-5).

Dies alles wird von der heutigen klinischen Methodenlehre der Evidence based Medicine (EbM) eher geringschätzig als „anekdotisch“ abgetan. Das in 14 Auflagen über drei Jahrzehnte erschienene Lehrbuch der Neuraltherapie von Peter Dosch (6) wurde schon 1986 beim Berliner Bundesgesundheitsministerium folgerichtig als „die persönliche Meinung eines einzelnen Arztes“ bewertet.

Nicht statistisch in ihrer Wirksamkeit, d.h. in kontrollierten, am besten randomisierten Studien belegte ärztliche Erfahrungen finden als lediglich „anekdotisch“ zunehmend bei offiziellen Stellen, bei Behörden, Krankenversicherungen und in den Leitlinien keine Berücksichtigung mehr. Die Empörung darüber ist verbreitet (7-9).

Auch für die Neuraltherapie nach Huneke gibt es solche statistischen Wirksamkeitsnachweise nicht. Ist sie deshalb „Unsinn“?

Nein, natürlich nicht. Tausende von Ärzten haben die Neuraltherapie nach Huneke über mehrere Jahrzehnte ihres Berufslebens angewandt, sie haben sich in jeweils individuellen Patientensituationen aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Urteilskraft für dieses Behandlungskonzept entschieden. Manche haben über ihre neuraltherapeutischen Vorgehensweisen und ihre Behandlungsergebnisse publiziert, andere nicht.

Nun sollen all diese ärztlichen Erfahrungen als nur „anekdotisch“ – so lautet, man glaubt es kaum, der methodologische Terminus – „auf den Müll“ geworfen werden?

Neben der Evidence based Medicine hat deshalb H. Kiene das Konzept der Cognition based Medicine (CbM) entwickelt (10), eine komplementäre Methodenlehre, welche die Statistik beiseite lässt und die Wirksamkeitsbeurteilung am individuellen Patienten in den Mittelpunkt rückt. Denn natürlich muß ein klinisches Behandlungsergebnis nicht allein deshalb ignoriert werden, weil den gerade tonangebenden Methodologen die Form der Wirksamkeitsdarstellung nicht gefällt.

Für überzeugende Einzelfall-Berichte bedarf es allerdings vermehrter methodologischer Systematik, und deshalb legen wir für Neuraltherapie-Kasuistiken im Folgenden einen neu entwickelten Kasuistik-Bogen vor.

Nach vorsichtigen Schätzungen gibt es im deutschsprachigen Raum mindestens 2000 neuraltherapeutisch tätige Ärzte. Wenn ein jeder von ihnen nur einmal im Jahr einen neuraltherapeutsichen Kasuistik-Bogen beisteuern würde, so hätten wir in kürzester Zeit das Basismaterial für die eindrucksvollsten Dokumentationen beisammen.

Voraussetzung wäre natürlich, dass die Vorstände der vier oder mehr neuraltherapeutischen Fachgesellschaften (Deutschland, Österreich, Schweiz) diese Aufgaben emotional wie finanziell noch wesentlich mehr in den Mittelpunkt rückten, als bislang.

2. Vorgehen:

Der Neuraltherapie-Kasuistik-Bogen kann entweder heruntergeladen und dann per Hand ausgefüllt werden, oder am PC.

Wer den Bogen per Hand ausfüllen möchte, wird feststellen, dass die Spalten oft viel zu klein sind, das ist Absicht, weil wir uns auf zwei Blätter beschränken wollten. In solchen Fällen kann mit durchnummerierten Fußnoten beliebig ausführlich auf Beilageblättern dokumentiert werden.

Beim Ausfüllen über den PC vergrößert sich der Textrahmen automatisch entsprechend der anfallenden Textmenge.

Es wurde versucht, alle relevanten Anforderungen an eine valide Einzelfall-Kasuistik zu berücksichtigen und gleichzeitig die Dokumentation bewusst nicht zu überfrachten. Die von L. Fischer, Bern, entwickelten Kriterien wurden einbezogen (11).

Das Besondere dieses Kasuistik-Bogens sind die Rubriken „Diagnose gesichert durch“ und „Wirksamkeit beurteilt anhand folgender Kriterien“, die bei sonstiger Falldokumentation meist fehlen.

„Diagnose gesichert durch“: der kritische Leser einer Kasuistik fragt zu Recht, ob die behauptete Ausgangssituation zutraf und die betreffende Erkrankung überhaupt vorlag. Es muß deshalb explizit genannt werden, wodurch (welche Befunde, Untersuchungsergebnisse?) die Diagnose gesichert ist. – Die Beschreibung der Diagnosesicherung ist die Minimalvoraussetzung für eine vertrauenswürdige Kasuistik.

„Wirksamkeit beurteilt anhand folgender Kriterien“: zentrale Frage einer kasuistischen Therapiebeurteilung ist, ob zwischen Behandlung und Verlaufsergebnis ein kausaler Zusammenhang besteht, oder ob das Ergebnis anderweitig zustande kam. Es müssen deshalb die Kriterien genannt werden, anhand derer dieser Kausalzusammenhang (die „Wirksamkeit“ der Behandlung) beurteilt wurde.

Natürlich kann also, entgegen den Vorstellungen der Evidence based Medicine-Lehre, eine verlässliche Beurteilung in geeigneten einzelnen Fällen möglich sein.

Kriterien zur Wirksamkeitsbeurteilung am Einzelfall sind beschrieben und aufgelistet bei:

Helmut Kiene, komplementäre Methodenlehre der klinischen Forschung. Springer Verlag. Berlin 2001. Herunterzuladen im Internet: http://www.ifaemm.de/G2_ cog.thm (www.ifaem.de  > Arbeitsbereiche > Methodologie > Cognition-based Medicine > Volltext.PDF).

In diesem Buch von H. Kiene sollte man unbedingt die Seiten 36-63 lesen, eventuell auch die vorherigen, um sich ein Grundverständnis von Wirksamkeitskasuistiken anzueignen.

3. Wegbeschreibung:

Es gibt zwei Kasuistikbogenversionen.

Die Kasuistik-PC-Version ist ausschließlich am PC mit Microsoft Word zu bearbeiten.

Die Kasuistik-Bogen-Druckversion (pdf) ist die Version für die Kolleginnen und Kollegen, die die Bögen handschriftlich ausfüllen möchten.

Wegbeschreibung: alle Textrahmen wachsen bei der Texteingabe automatisch mit der Textmenge mit! Sie können beliebig viel Text eingeben. Je nach Textmenge werden – zusätzlich und völlig automatisch – neue Seiten mit laufenden Seitenzahlen hinzugefügt.

Sie möchten einen Textrahmen manuell kleiner oder größer machen?

Bewegen Sie die Maus auf die untere Rahmenkontur des zu verändernden Textrahmens. Wenn Sie Doppelpfeilsymbol (in Richtung oben und unten) sehen, klicken und ziehen Sie gleichzeitig die Maus in die gewünschte obere oder untere Richtung.

Achtung: man braucht etwas Fingerspitzengefühl dabei!

Viel Spaß!       

        

4. Literatur:


1.       
Barop, H.: Neuraltherapie nach Huneke, Lehrbuch und Atlas, 
       Hippokrates, Stuttgart (1996)

2.       Fischer, L.: Neuraltherapie nach Huneke – Grundlagen,

       Technik,  praktische Anwendung. Hippokrates, 2. Aufl.,  

       Stuttgart (2001)

3.        Hahn-Godeffroy, J.D.: Neuraltherapie nach Huneke –  

       Störfeldtherapie  - ein regulationsmedizinisches Verfahren 

       unter Verwendung von Procain. Uelzen, 2. Aufl., (2004)

4.       Bergsmann, O., Bergsmann, R.: Projektionssymptome.

       Reflektorische Krankheitszeichen als Grundlage für holistische 

       Diagnose und Therapie. Facultas-Universitätsverlag, Wien

       (1988)

5.       Badtke, G., Mudra, I.: Neuraltherapie. Lehrbuch und Atlas, 2. 

       Aufl., Urban & Fischer, München (1998)

6.       Dosch, P.: Lehrbuch der Neuraltherapie nach Huneke, 14.

       Aufl., Karl F. Haug, Heidelberg (1995)

7.       Volkmann, F.-W.; Vilmar, K.: Qualitätssicherung:

       Entprofessionalisierung ärztlicher Berufsausübung. Dtsch. 

       Ärzteblatt 101: A 1409-1414 (2004)  

8.       Fintelmann, V.: Warum eine Evidenz-basierte Medizin eine 

       komplementäre Medizin braucht. Medical special 1/2007, 22-23

       (2007)

9.      Kiene, H.: Komplementäre Methodenlehre der klinischen

      Forschung –  Cognition-based Medicine. Springer Verlag. Berlin

      (2001)

10. Hahn-Godeffroy, J.D.: Zur Implementierung der Neuraltherapie

     nach Huneke im 21. Jahrhundert. Vortrag gehalten am 7. März

     2006, 48. Fortbildungskongreß der Internat. med. Gesellschaft

     für Neuraltherapie nach Huneke, Freudenstadt (2006)

11. Fischer, L.: persönliche Mitteilung vom 22.2.2007 


5. Kasuistikbogen





6. Zitierweise:

Hahn-Godeffroy, J.D.; Doll, B.; Barop, H.; Broll, V.: Neuraltherapie-Kasuistikbogen - URL: http://www.neuraltherapie.de  > Neue Literatur und News, 01.09.2007