J.D. Hahn-Godeffroy                           „Willkommen in der Solidarität“                            
- Das Ende des Arzt-Seins -


Weshalb ist die kommunistische DDR untergegangen? Sie ist an ihrer Planwirtschaft, an ihren 5-Jahresplänen erstickt.Die Gesundheitsreform 2007, ein 5-Jahresplan von über 500 (!) Seiten in spezialchinesischer Technokratensprache, würden auch Honecker und Genossen vor Neid erblassen lassen. Niemand hat sie verstanden, diese Gesundheitsreform, von Frau Ministerin Schmidt zynisch auf den Namen „GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz“ getauft. Man darf getrost sagen, dass fast alle Bundestagsabgeordneten ihre Wähler belügen, wenn Sie behaupten, dass sie dieses von ihnen durchgewunkene Gesetz geprüft und verstanden hätten. Ein jeder stelle doch fest, wie „sein“ Abgeordneter gestimmt hat – offene Wahl - ein jeder besorge sich doch diese vorsätzlich unverständlichen Texte und erbreche sich darüber. Nebenbei: eine Schande für die CDU. Einem der schönsten und verantwortungsvollsten Berufe, dem des inmitten seiner Bevölkerung niedergelassenen Arztes, macht dieses Gesetz den Garaus. Nicht länger seinen Patienten ist der Arzt verpflichtet, nein, wenn er Kopf und Kragen retten will: seinen Budgets, seinen Verordnungsvorschriften, seinen Leistungsausschlüssen, seinen „Qualitätssicherungsvorschriften“. Vorschriften tonnenweise. Formulare, für die ganze Wälder zu roden sind. Da stört der Patient nur, und der Arzt kocht im Papierhass, und am Ende hasst er seinen Beruf, bislang einer der schönsten der Welt. Was nützt den Patienten eine Gesundheitsreform, die die Ärzte schreiend davon laufen lässt? Aber es ist eben wie mit der alten DDR: auf Einsicht der Funktionäre, sozialistisch verwurmt, war nicht zu hoffen. Erst sein Totalzusammenbruch hat dieses Regime davongefegt.So wie in Ost-Berlin wird es auch im sozialistischen Neu-Berlin kommen müssen: nur ein Totalzusammenbruch des Schmidt´schen 5-Jahresplans, vielleicht noch eines nächsten, wird dieses Regime und seine sozialistische Nomenklatura davonfegen.

 „Willkommen in der Solidarität“ überschreibt heute Frau Ulla Schmidt ihre „Reform“. In solchen fahnenschwingenden Parolen kennt sie sich eben aus. Schließlich begann sie ihre Laufbahn als Bundestagskandidatin der Kommunistischen Partei KBW. Tiefrot in der Wolle gefärbt - wie Angela Merkel, ihre Kanzlerin, die ehemals hohe FDJ-Funktionärin der kommunistischen DDR. Kein Wunder, daß die beiden Damen sich so gut verstehen.
Niemand will die beiden Damen kränken. Nur : ist ihr planwirtschaftlich-sozialischer HIntergrund wirklich geeignet, eine freiheitliche und selbstbestimmte Arzt-Patienten-Beziehung zu gewährleisten?

Zitierweise:Hahn-Godeffroy, J.D.: „Willkommen in der Solidarität“ - das Ende des Arztseins - URL: http://www.neuraltherapie.de> Neue Literatur und News, 28.04.2007